Löwen in Mosomane

Ich musste sehr kurzfristig für einen Reiseleiter einspringen, der ploetzlich nicht mehr aufzufinden war, Auto Geld und alles erst mal unauffindbar und schon war ich 4 Stunden spaeter Unterwegs. Aber nun mal langsam: Der Tourveranstalter ohne Reiseleiter in Windhoek, die Gäste per taxi auf dem Weg zu Ihrer ersten Unterkunft in der namibischen Kalahari und ich ohne das nötige Auto und Ausrüstung in Swakopmund am Atlantischen Ozean. Nach kurzem Bedenken habe ich mich bereit erklärt meinem Kollegen Carsten Möhle aus der Patsche zu helfen, in der Hoffnung das mir gleiches wiederfährt wenn ich als kleiner Touranbieter der nur feine maßgeschneiderte Touren anbietet( one man show) mal hilfe brauch. Ich habe mein Beziehungen spielen lassen und schon war wenig später die Frage des Auto hier in Swakopmund geklärt und somit brauchte ich nicht über Windhoek fahren, sonder konnte gleich richtung Gäste fahren.

Auf jeden Fall ging es Hauptsaechlich in die Kalahari, den Kgalagadi Transfrontier Park mit Botswana und RSA. Im Botswana Teil ( Mabuasehube Area) ist es sehr wild, weil dort nichts unternommen wird. Aber das ist nun auch der ganze Reiz an diesem Teil des Park, die wenigen Gäste die diesen wilden Teil des Mabuasehube besuchen, suchen gerade dies. Hier komt kaum ein Tourist aus Übersee hin, hauptsächlich alte Haudegen aus dem Südlichen Afrika die das letzte Wilde Afrika und Abenteuer Pur suchen. Es geht nicht so sehr um die vielen Tiere, sonder das die Camping Plätze nicht eingezäunt sind und man sehr einsam ist, weitab jeglicher Zivilisation, es braucht locker einen Tag bis man zum nächsten Wasser, Sprit oder Hilfe kommt.

 

So Uebernachtete ich mit den 3 Gaesten ( ein ausgedienter Panzergeneral aus D mit Familie) an der Mosomane Pan auf dem Mabuasehube Widerness Trail. Den Trail war seit Tagen keiner mehr gefahren, das konnte ich an den Spuren erkennen. Der Toyota Land Cruiser stand unterm Baum, die 2 Zelte für die Gäste im osten, die Küche westlich vom Auto. Es dämmerte, ich kochte am offenen Lagerfeuer. Die Tochter wollte eine Taschenlampe vom Vater, worauf hin erst mal eine kleine Streitigkeit ausgefochten wurde. Da die Gäste sowieso oft Stritten, ich habe mir vorgenommen das wir uns bei uns zu Hause in unser Familie niemals so viel Streiten wollen, habe ich nicht so drauf geachtet und habe mich ums Essen gekümmert. Jede Tour hat ja was gutes an sich, wo man immer eine Weisheit mit nach Hause nehmen kann, wenn man will.

 

Aber da die Tochter nicht locker lies das Sie was im Busch sieht, wurde geleuchtet und siehe da, wir sahen einige Augen leuchten. Also war klar das es raubwild sein muß. Unsere Taschenlampen waren nicht sehr stark und somit war es schwer zu erkennen was da im Busch war, erst dachte ich es währen Hyänen, die sind nicht so gefährlich, eher lästig und hartnäckig, aber es waren Loewen die schon ganz schoen nah dran waren. Erst mal das Essen vom Feuer und mehr Holz drauf, denn Tiere haben respeckt vor Flammen. Ich habe versucht sie zu verscheuchen, aber das Feuerholz womit ich sie beworfen habe wurde nur sehr genau untersucht und beschnuppert. Dann haben wir uns ins Auto gesetzt und ich bin auf Sie losgefahren und habe Sie in das Scheinwerferlicht genommen. Das hat Sie auch nicht verscheucht, nun bin ich direkt auf Sie losgefahren um Sie zu verscheuchen, aber Sie sind mir nur hier hin und dahin ausgewichen. Ich kam mir vor wie ein wilder Stier mit einem Torero, in diesem Fall war ich der Stier und die Löwen die Toreros. Es waren 2 Weibchen und 2 Maehnenloewen, schoene junge gesund und wohlgenährte Exemplare. Die litten bestimmt nicht an Hunger und waren somit nicht auf Jagd und hatten es nicht auf uns 4 Menschen abgesehen. Nach dem mich die Löwen mindesten 4 mal ins leere haben fahren lassen, habe ich beschloss das von den Löwen im Augenblick wenig Gefahr ausging. Aber kein Grund Fahrlässig zu werden oder die Löwen aus dem Auge zu verlieren.

 

Wir haben das Auto wieder abgestellt und beratschlagt. Dann hab ich noch Feuerholz aufgelegt, das Essen war inzwischen auch schon fertig gegart und konnte sogleich aufgetischt werden und dann haben wir das Antilopen Steak im Auto verspiesen. Da es Vollmond war, konnten wir die Loewen gut per Fernglas beobachten. Wenn wir schon keine gute Taschenlampe mit hatte, so hatte ich doch ein altes lichtstarkes Fernglas mit , ein Erbstück von meinem Vater, dem “Elefanten Becker” von Chairos. Die Löwen spielten miteinander, kämpften oder lungerten nur rum und schauten manchmal zu uns herüber. Es schien als ob wir und Sie berührungs Ängste haben, Sie sind halt Raubtiere und wir potenzielle Beute. Da können wir halt nicht auf ein ander zugehen und etwas streicheln und schmusen wie mit einer Hauskatze. Anschliessend haben ich und die Frau noch lange drausen gesessen und “unsere” Löwen beobachtet, aber da die Loewen uns allem Anschein nach auch nur beobachten wollten, war es wie “Schachmatt”. Einer von uns war ständig auf Wache, denn die Loewen haetten den Abstand zu uns in wenigen Sekunden ueberwunden, wenn Sie wollten, aber das haetten wir dann vorher an Ihrem Verhalten bemerkt. Ich habe dann per Satteliten Telefon meine Familie in Swakopmund angerufen und Bericht erstattet, damit die auch was von dem Abenteuer mit bekommen. Aber das kommt dann garnicht so rüber, die sitzen sicher im Haus in einer Stadt und können sich garnicht in unsere Situation eindenken, aber ich wollte das Sie Bescheid wissen, es hätte ja noch wer weiß was passieren können, die Nacht war noch lang und am nächsten morgen mußten wir ja auch noch sicher aus den Zelten ins Auto kommen, wenn geht mit all unsere Ausrüstung auf dem Dach verstaut.

 

Die Gaeste sind dann in Ihre Zelte, haben mich noch aufgefordert das ich mit dem Mann im Zelt schalfen kann, aber ich habe es vorgezogen im Auto zu schlafen und Wache zu schieben. Wie hätten wir denn am nächsten morgen aus dem Zelt raus beurteilen können ob die Luft rein ist. Aus dem Auto hatte ich Sie im Blick, das war mir wichtiger als bequem im Zelt zu schlafen. Ich kenn die Geschichte von einem Kollegen der am Morgen aus dem Zelt will, macht den Zip auf und sieht was gelbes am Zelt liegen, Zip sofort zu und sieht das es Löwen sind die sich am Zelt gegen den Wind Schützen. Gäste vorsichtig aufmerksam machen das keiner sein Zelt verläßt. Eine Elefanten herde die daher kam hat bei denen die Situation entschärft, die Löwen haben das Feld geräumt, Glück gehabt.

 

Da es bei mir auf dem hinteren Sitz sehr unbequem war, wurde ich oft wach und habe jedesmal geschaut ob die Löwen noch da sind und tatsaechlich waren Sie gegen Mitternacht verschwunden, zur Sicherheit habe ich noch eine Runde im Auto geschlafen und dann bin ich auf das Autodach gewechselt und habe es mir da gemuetlich gemacht. Ein Beil habe ich mir mitgenommen, denn ein Löwe ist sehr groß, wenn er auf den Hinterpfoten steht kommt er locker mit der Nase an den Dachträger. Da habe ich mir im Leichtsinn gedacht das ich dann das Beil gebrauchen kann. Die Kühlerhaube hätte ich auch noch aufmachen sollen, denn sonst ist das wie ein Podium für den Löwen, ein kleiner Sprung auf die Kühlerhaube und von da aus an die Mahlzeit auf dem Dachträger, aber ich wollte auch nicht so viel ums Auto rum laufen. Ich lag auf dem Auto dach, der Vollmond über mir, ein tolles Erlebniss gerade hinter mir. Ich war so happy, ein seltenes Gefühl von Glücklich sein. Aufjedenfall ist alles gut gelaufen, sonst könnte ich dieses Erlebniss nicht niederschreiben.

 

Am naechsten Morgen habe ich dann die Spuren ausgewertet, eine Löwin ist ganz nah ans Feuer rangekommen und ist dann mit den anderen abgwandert. Mein Feuerholz womit ich am Abend geworfen habe, war nicht mehr zu finden, haben die als Souvenir mitgenommen, das roch sicherlich ganz interessant. Als wir sie am Abend bemerkt haben, waren sie ja schon fast auf 20 Meter rangekommen. Was waere wohl passiert wenn wir Sie nicht rechtzeitig bemerkt haetten???

 

Es war ein tolles Abenteuer das ich damals nach 20 Jahren Reiseleiter Taetigkeit zum ersten mal so nah miterleben durft. Für mich war es ein Geschenk fuer all die Jahre Strapazen da drausen im Busch, so hab ich es angesehen. Meinen Gaesten sass der Schreck aber ganz schoen tief in den Knochen, das haben wir in den naechsten Naechten in der Wildnis gemerkt, die haben sich kaum noch hinter einen Busch getraut.

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