Ein Erlebnis im Namibischen Busch

Was einem Kumpel / Kollegen jetzt passiert ist, muß ich eigentlich mal zu Papier bringen, da ist Hummeldumm nichts dagegen, das ist ja nur eine langweilige Geschichte. Also jetzt mal die Kurzfassung von einem Erlebnis im Namibischen Busch.

 

Ich bekomm am Sonntagmorgen (4. Advent) einen Hilfe-Anruf von Beate (beste Freundin meiner Frau und auch im Safari-Business und wohnt Luftlinie 50 m von uns), Ihr Mann Klaus ist mit Ihrem Geländewagen im Kaokoland liegen geblieben. Beide Hinterfedern gebrochen und somit liegt das Chassies auf der Achse auf und kann nicht mehr fahren, ohne das Auto TOTAL kaputt zu machen. Da Klaus aber nicht auf einer Straße fährt, sondern nur auf einer Spur im Khumib Flußbett (also Off Road) kann er nicht damit rechnen, dass jemand mal eben vorbei kommt. Satelliten Phone hat er nicht, Handy ja, aber kein Netz.

Nach der ersten Nacht im Busch kommt ein Schwarzer Farmer mit Himba ( hat seine Farm etwa 50 km weiter im Inland) vorbei und nimmt Klaus mit das er ein Handy Signal von Purros bekommt ( muß auf verschiedene Berge steigen und versuchen ein paar Balken Signal zu bekommen) und er kann mit Beate telefonieren und berichten. Ich sofort zu Beate rüber und Sie erzählt mir alles, da kommt noch mal Kalus am Telefon/ Handy und ich kann jetzt mit Ihm besprechen wo er denn zu suchen ist, da ich mich auch da auskenn ist das leicht verstanden und Klaus happy das er mit einem Kollegen sprechen konnte und nun sicher sein kann das die Position verstanden ist. Er muß nun zu seinen 2 Gästen zurück und wir werden nicht mehr Kommunizieren können ( er wollte nur mal 2 Std weg, war aber 6 Std unterwegs! ) . Sie sind nun in unseren Händen, Wir Müßen Sie retten, Sie können da nichts mehr machen. Sie haben noch 20 L Brauch wasser und 24 X halb Liter Trinkwasser. Das reicht nicht lange in der Hitze und Wüste vom Kaokoland und auf einaml wird der Durst groß und es wird viel mehr getrunken als normal. Er muß doch tatsächlich erklären warum Händewaschen nun nicht mehr drin ist, wir denken das leuchtet doch ein, aber….

 

OK, wir brauchen Ersatzteile und müßen die da hin bekommen. Wir haben eine bekannten Piloten der die Erstazteile nach Orupembe fliegen könnte ( dachten wir, da haben wir die Freundschaft mal getested und gesehen was davon zu halten ist) , aber das Auto liegt 20 km von Orupembe entfernt in der Wildniss, wie bekommen wir die schweren Blattfedern dahin? Haben die Polizisten von Orupmebe eine Auto da? Könne/ wollen die uns behilflich sein? Wir können die Polizisten NICHT erreichen! Das Problem müßen wir dann lösen wenn es soweit ist.

 

Nun die Ersatzteile, es ist Sonntag und nun finde mal jemanden in der Weihnacht und Namibische Urlaub Zeit, selbst wenn Du die Telefon # hast, die sind nicht zu erreichen, auf Urlaub in D’land oder beim Fischen bei Meile 108, oder was für ein Gejammer….. . Dann ist das Problem, das wir nicht rausfinden können wie groß die Blattfedern sein müßen, da es ein aus Japan eingeführter Wagen ist, der hier im südlichen Afrika nicht geläufig ist. Die Werkstatt kann also NICHT helfen und wir müßen weiter suchen wer uns eventuell helfen könnte, so langsam läuft uns die Zeit davon und wir werden nicht mehr die Ersatzteile zu Klaus bekommen, nicht am Sonntag ( Damit hat er auch nicht gerechnet) .

 

Da die Not Tel#’ern der Firmen nicht im Tel Buch stehen, fahr ich schnell per Fahrrad von einer Werkstatt zur anderen, da stehen die Nummerm im Fenster und wir erreichen die Männer auch, aber mit dem Import Wagen können die uns alle leider NICHT helfen, selbst im Internett wird gesucht, aber es ist nicht eindeutig welche Teile wir brauchen. Ein Herr aus Otjiwarongo hat angeboten per Helikopter hin zu fliegen, aber welche Teile? Dann hätten wir auch nicht das Problem wie mit dem Flugzeug, denn der Helikopter könnte ja neben dem kaputten Auto landen, die GPS Koordinaten haben ich so grob auf eine General Stabkarte ausgerechnet damit ein nicht Tourguide das mehr oder weniger finden kann.

 

Wir kommen aber immer wieder auf das Problem das wir die Maße der Blattfedern nicht kennen und Klaus nicht unser Problem kennt und wir ja keine Kommunikation mehr haben. Ohne Ersatzteile wollen wir/ Beate da nicht auftauchen, wir müßen ja auch ans Geld denken, das sprengt ja schon alle Rahmen und diese Tour kostet nur VIEL Geld und bringt nichts rein, aber irgendwie muß ja alles im Rahmen bleiben.

 

Beate und ich “brainstormen” was das zeugs hält, was können wir noch probieren, was haben wir übersehen. Ich denk an Duncan in Kamanjab, der zerlegt eine Land Rover Motor oder Getriebe am Wegesrand und wieder zusammen, kann er helfen?

 

Nein, kann er nicht und er Rät vom Schweißen der Blattfedern ab, das kann / wird nicht helfen. Aber er hat Rat wo uns eventuell mit Ersatzteilen weiter geholfen werden kann. Es gab nähmlich auch andere die wir um Hilfe gebeten haben, die aber nicht bereit waren wirklich behilflich zu sein, die fingen doch wirklich an von Ihren Problem zu reden, die Oma…… und die Mutter …… und wir wollten doch das Telefon für Wichtigeres nutzen. Dann war da jemand die wollten uns nicht eine telefon # vom Mechaniker geben, das dürfen Sie nicht, denn da könnte ja jeder am Wochenende kommen und stören, das es in unserm Fall SEHR wichtig war, störte Sie nicht, begriffen Sie nicht. Dabei waren Klaus und Beate Kunden von der Werkstatt. So lernt man seine Freunde/ Pappenheimer kennen. Aber auch, es ist nichts so wichtig, das es nicht noch wichtiger werden kann.

 

Ich habe nun vorgeschlagen/ geraten das Beate einen Geländewagen leiht und ich noch am späten Sonntag Nachmittag los fahre mit Proviant, Wasser und Bier so wie von Klaus bestellt, dann wäre ich Montag Mittag vor Ort und nun Mobil wenn zB ein Flugzeug kommt, ich könnte die Gäste zu einer Lodge bringen. Aber jetzt fanden wir doch kein Auto 4X4 zu leihen, eine Firma hatte keine mehr die andere konnten wir NICHT am Sonntag erreichen. Dann eine Idee, Fritz Schenck, er antwortet und ist in Epupa Falls bei seiner Lodge, erfährt von unserm Dilemma und will helfen. Er hat meherere verschiedene Federn rumliegen und ein Schweißgerät, er könnte morgen ( Montag morgen ) los. Beate und ich bereden das Angebot und ich überzeuge Beate das das unsere beste Chanche ist, schnell hilfe zu Klaus zu bekommen. Ich könnte frühestens Montag bei einbruch der Dunckelheit da sein wenn ich denn spätestens um 9°° morgens in Swakop weg kommen würde, mit oder ohne Ersatzteile. Also eine Liste gemacht was Fritz mitnehmen soll und Ihn wieder angerufen und das Angebot angenommen, jetzt kann er aberleider erst frühestens um 10 °° los , ein herber Rückschlag für uns, aber was soll es, er ist ein Farmer und Handfester Kerl der sich zu helfen weiß, unsere Hoffnung, wir setzen alle Karten auf Ihn.

 

Inzwischen hat Beate angeleiert das wenigstens die Gäste von der nächsten Lodge aus Purros abgeholt werden und zur Lodge gebracht werden. Sie schreibt ein Fax für Klaus, das die Arbeiter dann am Morgen mitnehmen sollen , damit Klaus erfährt was gepalnt ist und wie die Rettung weiter aussieht/ laufen soll. Diese Lodge hatten wir auch schon viel eher um Hilfe gebeten, aber die hatten eine WICHTIGE Besprechung mit dem Hegegebiet und Rechtsanwälten aus Windhoek. Konnten uns vor 16°° noch nicht mal zuhören, zudem war die Lodge mit all den Wichtigen Leuten total ausgebucht, deswegen konnten die Gäste nicht an dem Nachmittag geholt werden.

 

Montag morgen: Nun erfährt Beate von Fritz aus Epupa das er nicht mehr fahren kann da er sich noch umgehört hat und auch Ihm vom Schweißen abgeraten wurde. Er könnte also NICHT richtig helfen und somit würde das ja nur unnötig Geld kosten wenn er hin fährt um “Händchen zu halten”. Also die Rettungsaktion für das Auto und Klaus wieder einmal mehr über den Haufen geworfen. Die Gäste sollten von der Lodge geholt werden, hatten ja die Wegbeschreibung, “etwa 20 km Luftlinie vor Orupembe im Khumib Flußbett” . Der Helikopter Mann aus Otjiwarongo hatte nun am Montag rausgefunden das die Blattfedern aus Japan kommen müßten und erst im Februar hier sein könnten. Also nichts mit Ersatzteilen, das konnten wir nun ganz vergessen.

 

Gegen mittag erscheinen die Lodge angestellten unverichteter Ding zurück bei Ihrem Boss in der Lodge, Sie haben Klaus nicht gefunden. Nun macht sich der Boss einen Himba ausfindig der beim ersten Handy telefonat dabei war ausfindig und schickt sie abermals los und sie finden Klaus kurz vor Sonnenuntergang als er den Gästen das Nachtmahl servierte. Inzwischen hat er längst Hilfe erwartet! Leider waren auch 2 der Retter leicht angedudelt. Die Angestellten sind doch tatsächlich zu früh umgedreht. Klaus hat das Auto gehört, sich gefreut und aufeinmal fährt das Auto wieder weg. Diese Enttäuschung !!! Ihr könnt Euch ja vorstellen was ich von unseren Landsleuten halte, die sind einfach ”hummeldumm” .

 

Nun wurden die Gäste zur Lodge gebracht und erreichten diese erst um 21:30 in der Nacht vom Montag. Ihr seht, das ist nicht mal eben um die Ecke. Der Mann von der Lodge hat dann die Leute am nächste tag wieder zu Klaus geschickt mit Blattfedern und Schweißgerät, auch wenn es nicht lange hilft. Solange das Auto an eine sicheren Stelle abgestellt werden kann, denn wenn es sich herrumspricht das da ein Auto steht wird es im Nullkommanichts zu Schmuck, Pfeilspitzen und Sandalen verarbeitet, da kennen die Himba nichts. Die können alles gebrauchen und davor hatte Klaus Angst und ein Himba war ja beim Telefonieren dabei, also war es da kein Geheimniss mehr.

Dienstag: Nun wurde also ein 3. mal hingefahren, gescheißt eine Feder die nicht passt wurde trotzdem eingebaut und losgefahren und tatsächlich hat Klaus dann die Lodge auch in der Nacht erreicht und gestern, am Mitwoch hat Klaus sich auf den Weg nach Swakop gemacht, auch wenn die Blattfedern wieder brechen wäre es nun in der “Zivilisation” nicht ganz so schlimm. Die Gäste waren inzwischen wieder in Ihrem Wagen “on Tour” und weg im Etosha Park. Es kamen nun immer mal wieder sms ” bin schon hier” , ” bin schon so weit” und hier wurden die Daumen gedrückt . Und so kam Klaus tatsächlich heil in Swakopmund an. Der Wagen zwar etwas schief weil die eine Ferder ja nicht wirklich passte und die Achse nicht 100% richtig sitzt, aber was solls, er kam heil mit dem Wagen in Swakop an. Es hätte eigentlich nicht besser gehen können, ohne Flugzeug , ohne Helikopter, ohne Abschleppdienst ( den hatte Beate auch schon geplant und bestellt, aber der sagte dann auch ab weil es bei der Geburt seines Kindes noch Schwirighkeiten gab) das wäre alles Sündhaft teuer geworden.

 

Das komische bei der ganzen Sache ist das ich diese Vorahnung das ich da mal in der Tinte sitz schon lange hatte, ich wußte nur nicht wie und wann es passieren wird und ich dachte immer es würde MIR passieren. Aber so war ich doch sehr davon betroffen und es war als ob es mir passiert ist. Die Stelle war auch schon klar, nicht genau, aber auf 20 km passte das zu meiner seid 15 Jährigen Vorahnung, jetzt bin ich Froh das es vorbei ist und das es mich nicht wirklich getroffen hat. ENDE Gut , Alles Gut! Es gab noch einige Verdrehungen und Probleme , aber ich schreibe ja, dies ist die Kurzversion.

 

Jetzt wünsch ich Euch alles Gute , Frohe Weihnachten,
Euer Doc Holiday/Raini

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