Was Sie auf Ihrer Namibia-Reise auf keinen Fall verpassen sollten

Ich werde immer wieder gefragt, was man in Namibia unbedingt erlebt haben sollte. Das kommt bei einem so großen und vielfältigen Land natürlich darauf an - welche Erwartungen haben Sie? Und wo legen Sie Ihre Schwerpunkte? Das lässt sich im persönlichen Austausch am besten besprechen. Für Namibia-Neulinge habe ich hier als erste Orientierung ein paar grundsätzliche Empfehlungen zusammen gestellt.

Tiere

Etosha, Mahango, Caprivi

Wenn Sie Ihre Schwerpunkte auf Tiere legen, eignet sich der Norden Namibias, da gibt es den Etosha National Park mit seinen Wasserstellen, an denen die Tiere trinken müssen, ein Magnet für alle Tiere in diesem trockenen Land. Der Park ist sehr groß und weltbekannt, einer der großen berühmten Naturschutzgebiete Afrikas. Weiter im Osten gibt es dann noch den Mahango Park, am Okavango-Fluss gelegen, bevor der Okavango nach Botswana fließt und da im Okavango-Delta versickert. Hier gibt es durch das Wasser bedingt ganz andere Tiere als im übrigen Namibia, eben auch Krokodile, Flusspferde, Büffel und andere Wassertiere.

Noch weiter im Osten, im Caprivi-Zipfel, gibt es noch den kleinen Mudumu Park mit den gleichen Tieren wie im Mahango Park, aber größere Herden von Elefanten und Büffeln.

Wer Wert auf Vögel legt, ist dann an der Spitze vom Zipfel, auf der Impalila Island, gut aufgehoben, denn hier gibt es zur richtigen Jahreszeit tausende von Wasservögeln und gegenüber vom Chobe Park ist es ganz einfach spitze. Man kann sich die schiere Menge der Tier- und Artenvielfalt gar nicht vorstellen, wenn man nicht da gewesen ist. Im Chobe Park (Botswana) leben 70.000 Elefanten! Davon kommen sehr viele zum Fluss runter zum Trinken, das ist am Nachmittag ein wahres Schauspiel.

Fremde Kulturen

Himba, Vambo, Kavango und Caprivi 

Dann gibt es im Norden noch viele ethnische Gruppen, die bislang ziemlich ungestört ihr traditionelles Leben führen. Im Kaokoland die Himba, die zum Teil noch wie vor hundert Jahren leben. Meine Fotos sprechen für sich selbst und ich kann mit den Himba recht gut umgehen, gleichzeitig ist mir sehr wichtig, dass ein Besuch nicht zur "Trophäenjagd" wird.

Dann ist nördlich des Etosha-Parks das Ovamboland, wo fünfzig Prozent unser Bevölkerung her kommt, es ist dicht besiedelt und interessant. Die Vambo leben zwar schon sehr europäisch, aber trotzdem geht es entlang der Straße sehr afrikanisch zu, mit Tieren am Wegesrand, überall Dörfer und auch Städte. Von der Vegetation ist es auch abwechslungsreich, immer wieder Palmen und in einem Gebiet gibt es ganz viele große Baobabs (Affenbrotbäume).

Am Okavango entlang und im Caprivi-Zipfel geht es noch sehr afrikanisch zu. Transport läuft hier zum Teil noch per Schlitten, ein ausrangiertes Kanu, das von Ochsen gezogen wird. Die Hütten sind mit Gras gedeckt, die Frauen arbeiten per Hand auf dem Acker.

Landschaften und Pflanzen

Die kontinentale Stufe für Landschaft und auch Vegetation

Entlang der kontinentalen Stufe, etwa 100 km parallel zur Küste, ist die Randstufe, wo es von der Wüste ins höher gelegene Inland geht, hier steigt es bis zu 2000 m an. Durch die Berge ist die Landschaft sehr attraktiv und geologisch sehr vielfältig. Es gibt Granit, Sandstein, Basalt, Dolorit, Dolomit und Schiefer, um nur einige geläufige Gesteinsarten zu nennen. Berge beleben die Landschaft und machen diesen Gürtel so attraktiv und abwechslungsreich.

Gerade in diesem Gebiet gibt es eine große Artenvielfalt von speziell angepasster Vegetation, da es in der Wüste bis zum Hochland sehr trocken ist und sich somit eine ganz eigene Pflanzenwelt entwickelt hat, viele endemische Pflanzen. Hier gibt es die Köcherbäume, Welwitschia, Balsambäume und Sträucher und natürlich auch Akazien und eine Vielfalt anderer Bäume und Sträucher. Es ist sehr interessant, wie die Pflanzen sich an diese lebensfeindlichen Bedingungen angepasst haben, jede Sorte auf ihre eigen Art und Weise mit anderen Mitteln und Techniken (kann ich Ihnen gern vor Ort erklären).

Wasser und Wüste

Swakopmund und Walvis Bay, Cape Cross mit seinen Robben; die Dünen am Sossusvlei

An der Küste wird eine Vielfalt von Aktivitäten angeboten, Quadbike-Touren (geführte Touren durch die Dünen, ein bis zwei Stunden mit kleinen vierrädrigen Motorrädern), Duneboarding und Dünenrutschen, Bootsfahrten oder Segelturns in der Bucht von Walvis Bay, hier hat man die Möglichkeit Robben und Delphine zu sehen, während man frische Austern probiert und Sekt kredenzt bekommt. In Walvis Bay ist die Lagune für seine vielen Vögel und besonders die vielen Flamingos bekannt. 

Rundflüge zu den Dünen von Sossusvlei sind sehr beliebt, dauert 2,5 Std. in einer kleinen Cessna, die maximal 5 Personen mitnimmt. 

Es können Angeltouren organisiert werden, vom Ufer (Brandungsangeln) oder auch vom Boot aus. 

Das Swakopmund Museum ist interessant, das Aquarium zeigt einiges über den Atlantik. Die Architektur in Swakopmund ist auch ganz interessant von alten Gebäuden aus der Kolonialzeit bis hin zum Neokolonialstil, um sich dem alten Stadtbild etwas anzupassen. Es gibt jede Menge Läden, die auf Touristen zugeschnitten sind, man kann sich Webteppiche nach Maß schneidern lassen, Bettwäsche mit afrikanischen Motiven fertigen lassen und alles kann von den Herstellern verschickt werden, damit Ihr Gepäck nicht überlastet wird. Auch an Schmuck gibt es eine große Auswahl, besonders mit unseren heimischen Edelsteinen.

Swakopmund ist kein Badeort, das Wasser ist meist zu kalt zum Baden, da eignet sich höchstens die Zeit von Januar bis April. Swakopmund ist wohl die deutscheste Stadt in Afrika. Man sagt auch, es ist der südlichste deutsche Kurort, das ist was dran, ich lebe hier sehr gern. 

Auch kulinarisch hat Swakopmund viel zu bieten, in erster Linie Meeresfrüchte aller Art. Aber auch Steaks von namibischen Antilopen und natürlich auch vom namibischen Rind stehen auf jeder guten Speisekarte.

Die Robbenkolonie bei Cape Cross ist ganz interessant, hier leben in Hochzeiten bis zu einer viertel Millionen Robben, leider stinkt es hier sehr stark, aber zum Glück gewöhnt man sich sehr schnell dran.

Aber selbst Spaziergänge am Atlantik können sehr schön sein. Einer meiner Gäste möchte sogar mal einen Monat herkommen, sich eine Wohnung mieten und einfach nur hier in Swakopmund Urlaub machen.

Entlang der Küste ist ein Gürtel mit Wüsten, der etwa 100 km weit ins Inland reicht. Da ist die Mondlandschaft bei Swakopmund zu erwähnen. Dieses Gebiet besticht durch seine Steinwüste und geologische Vielfalt (z.B. die 'klingenden Steine'). Auch die Kieswüste mit der weiten Sicht ist sehr Interessant. Dann gibt es natürlich noch die Sandwüste, die aus den Dünen besteht, die beim Sossusvlei ihren Höhepunkt haben. Hier ragen die Dünen bis zu 250 m über die Kieswüste empor und besonders zu den frühen Morgenstunden, wenn noch Schatten fallen, gibt es die bekannten Bilder der Dünenlandschaft.

Wie hilfreich sind diese Tipps für Sie? Waren Sie schon mal in Namibia und möchten etwas ergänzen? Schreiben Sie einfach einen Kommentar oder mailen Sie mir!

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